Bauhaus Universität Weimar
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SS 2012 | Bachelor Thesis
KET HALLE WEIMAR
Bestandsaufnahme
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Nordöstlich des Weimarer Bahnhofs befindet sich das großflächige Areal des 1898 gegründeten ehemaligen Weimar-Werks. Nach verschiedenen Besitzerwechseln wurde es in den 1930er und 40er Jahren zu einem industriellen Musterbetrieb der nationalsozialistischen Gustloff-Werke ausgebaut. 1952 in einen Volkseigenen Betrieb überführt, wurden dort vornehmlich Landwirtschaftsmachinen produziert. Nach der Privatisierung ab 1990 wurde das Areal städtebaulich neu gegliedert und ist nun Teil des Gewerbe- und Industriegebiets Kromsdorfer Straße. Die denkmalgeschützten Gebäude werden seitdem teils von verschiedenen Firmen genutzt oder stehen leer.
Bearbeitungsgegenstand der Thesis ist die 1939–42 nach Plänen von Hans Krebs errichtet ehemalige Halle 1, derzeit in einem Teilbereich genutzt durch die „Kartoffel-Ernte-Technik Weimar Handelgesellschaft“ – was der Halle den in Weimar geläufigen Namen „KET-Halle“ einbrachte. Die „KET-Halle“ wurde jüngst von einem Investor erworben, um darauf als wirtschaftlich tragfähige Primärnutzung (unter Beibehaltung der bestehenden marginalen Teilnutzung durch die KET) eine Photovoltaikanlage zu installieren.
Das als Werkzeugmaschinenfabrik errichtete Gebäude besteht aus mehreren eigenständigen, räumlich jedoch miteinander verbundenen Hallen, die architektonisch in der Großform eines Kubus vereinigt sind. Die zentrale Produktionshalle überbaut eine Fläche von 127 x 144m und war seinerzeit die größte Sheddachhalle Thüringens. Angegliedert daran finden sich kleinere Funktionsbereiche sowie im Süden ein dreigeschossiger Personal- und Bürotrakt, der gleichzeitig die Straßenfront bildet.
Baugeschichtliche Analyse
Die Entstehung und Weiterentwicklung der heutigen KET-Halle wird unter dem Aspekt der Errichtung im Zweiten Weltkrieg erläutert. Anhand der Baugeschichte kann man verstehen unter welchen Anforderungen dieses Gebäude überhaupt gebaut wurde und welche Möglichkeiten einer Nachnutzung es im Bezug darauf bietet. Der weitere geschichtliche Verlauf in der Zeit der DDR und des Weimar Werkes sind hierbei nicht außer Acht zu lassen. Ausschlaggebend ist außerdem die für diese Zeit spezielle Bauweise. Aufgrund mangelnden Planmaterials durch fehlenden Kontakt zum Eigentümer der Halle, war es uns nur beschränkt möglich die Baugeschichte hier detailliert darzustellen. Je detaillierter die Kenntnis der Substanz des Baudenkmales und seiner Geschichte ist, desto sicherer wird die denkmalpflegerische Wertanalyse.
Denkmalpflegerische Bewertung
Nachfolgend gehen wir auf das Denkmalensemble am Industriepark ein. Denkmalpflegerisch bewerten wir hierbei auf Grundlage der Pläne aus dem Jahr 2000 die einzelnen Gebäudeteile, Verwaltungsbau, Ostbau und die Halle selbst, in Hinsicht auf die Bedeutung der Außen- und Innenarchitektur. Hierbei findet eine Einstufung von gering-, mittel- bis hochwertig statt. Es geht darum herauszufinden, welche Veränderungen möglich bzw. nicht möglich sind, und inwieweit die Wertigkeit des Bestandes uns im Hinblick auf ein Nutzungskonzept einschränkt oder Spielraum lässt für Neues. Als vorrangige Aufgabe des staatlichen Denkmalschutzes ist hierbei zu beachten, dass die historische, künstlerische und sonstige kulturelle Authentizität der Denkmalsubstanz möglichst unverfälscht und vollständig den kommenden Generationen zu erhalten bleiben sollte. Diese Analyse der Werte des Denkmals bestimmt die Wahl der Methode und den Grad der geduldeten, bzw. notwendigen Intervention.
Standortanalyse
Der Bezug der KET-Halle in Bezug auf den überregionalen und regionalen Kontext wird dargestellt. Es geht hierbei um die Möglichkeiten, die die Lage der Stadt Weimar im Bezug auf Deutschland und im Bezug auf Thüringen aufweist. Sowohl die Anbindung der Stadt Weimar im Land Thüringen, als auch der Standort der Halle in Weimar ist hierbei ausschlaggebend und relevant für eine künftige Nachnutzung. Dabei ist die Analyse des Systems der baulich, räumlichen Struktur, in der sich die Halle derzeitig befindet unumgänglich. Der Standort und die Umgebung der Halle waren immer entscheidend für die ehemaligen Nutzungen und werden auch in Zukunft prägend für ein Nutzungskonzept sein. Es geht also um das Umfeld des Denkmals, das auf dessen Wirkung Einfluss hat.